CPD2557533
Sie lag in einem Regal beim EDVler der Firma, in der ich damals gearbeitet habe. Zwischen Kabelresten, Netzteilen ohne Gerät und Schachteln, die niemand mehr öffnet. Eine ausgebaute Festplatte, aufgeschraubt, ausgemustert. Ihr einziger Name: eine Nummer auf einem kleinen weißen Etikett.
Jahrelang hat sie sich gedreht, tausende Male pro Minute, und dabei alles festgehalten, was ihr anvertraut wurde. Rechnungen, E-Mails, vielleicht Urlaubsfotos von jemandem, der sie längst vergessen hat. Die Köpfe schwebten dabei nur Bruchteile eines Haarbreits über den Scheiben, ohne sie je zu berühren. Eine Präzision, die man nicht sieht, solange alles funktioniert.








Geöffnet zeigt sie, was sonst verborgen bleibt: spiegelnde Platter, in denen sich das Licht in Regenbogenfarben bricht, feine Flexkabel in Bernstein, Schrauben, Lager, Mechanik. Ein Innenleben, gebaut für die Dunkelheit eines geschlossenen Gehäuses.
Ich habe sie mir ausgeliehen und fotografiert. Nicht als Technikdokumentation, sondern als Porträt. Von etwas, das gearbeitet hat, ohne dass es jemand bemerkte, und das am Ende nur noch eine Seriennummer war.







